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Kambodscha

| Reiseberichte

Der Flug am 27.11.25 verlief wie geplant. Die Landung in Phnom Phen, sowie das Prozedere mit den Behörden angenehm.  Alle von Martin gut vorbereiteten Dokumente und Buchungen klappten anstandslos. Die kambodschanische SIM-Karte für 6$/ 60GB kauften wir direkt am Flughafen. Somit konnten wir mit unserem malaysischen Grap App einen Wagen bestellen, der uns direkt zum Hostel Onederz brachte. Ein Hostel mit, Pool, Dachterrasse und Blick auf den Tonle Sap River. Die Hostels haben sich den heutigen Bedürfnissen der mehrheitlich jungen Kundschaft angepasst. Sauber, gutes Internet und praktisch eingerichtet.   
Nach dem tropischen Klima in Borneo, genossen wir das eher trockenere Klima in Kambodscha sehr. Natürlich war es, falls windstill und an der Sonne nach wie vor bei 25C-31C, eher schweisstreibend.Trotzdem fühlten wir uns als Wetter Glückspilze. Von den umliegenden Ländern wurden sehr starke bis sturmartige Regenfälle mit Überschwemmungen gemeldet.
Sehenswürdigkeiten, wie der Königspalast, die Silberpagode und ein Ausflug auf Silkisland mit Besuch einer Seidenraupenfarm waren fast ein Muss. Die Kokons werden gekocht um dann den dünnen Seidenfaden von Hand aufzurollen. Sobald der Faden getrocknet ist, wird er eingefärbt um zu wunderschönen glänzenden Stoffen verwoben zu werden. Wir besuchten einen kleinen, seit Generationen bestehenden Familienbetrieb.
Der Heimweg führte uns durchs Rotlichtmilieu, das sich überall übergangslos ins Quartierleben einfügt. Munter plaudernde junge Frauen sitzen vor den Häusern, manche essen, die Andern streichen sich noch kurz die Nägel. Doch trotz der locker anmutenden Atmosphäre, ist es eine traurige Geschichte! Jeweils am Wochenende werden, direkt vor unserer Haustüre, entlang des Mekong Marktzelte aufgestellt. Hunderte von Kleinbetrieben fahren mit Sack und Pack auf ihrem Mofa vor. An jeder Ecke gibt es frisch zubereiteten Streetfood und alles was man sich nur erdenken kann wird zum Kauf angeboten.  Die lange Promenade entlang des Tonle Sap Rivers wird überströmt von Besuchern.  Livemusik schallt über den Fluss, es ist Jahrmarktatmosphäre.
Ab und zu ruhten wir uns vom Trubel der Grossstadt bei einem feinen Essen am Pool auf der Dachterrasse aus. So liessen sich die 4 Tage in der Grossstadt sehr gut aushalten.
Trotzdem reisten wir Anfangs Dezember gerne wieder weiter. Da der Zug nach Battambang bereits um 6 Uhr losfuhr, hiess es sehr früh aufstehen.  Zugabteile wie Sitzbänke sind wie zu alten Zeiten, hart unbequem und mit Dauerdurchzug. Trotzdem genossen wir die 6h Fahrt.
Am Bahnhof in Battambang bestellten wir mit dem Pass App ein Taxi um zum Hotel zu gelangen. Diese Gegend gilt als Reiskorb Kambodschas. Aufgrund der fruchtbaren Böden erzielen die Bauern zwei Reisernten im Jahr. Das Einkommen liegt deshalb in der Provinz Battambang höher als in den anderen Regionen. Natürlich gab es auch jede Art von Obst und Gemüse. Die Atmosphäre dieser Stadt ist noch nicht so touristisch geprägt und ist mit seiner tropischen Bilderbuchlandschaft definitiv einen Besuch wert.
Wir fuhren mit einem Tuktuk raus aufs Land, liessen uns erklären wie man Reiswein brennt und Reispapier das mehrheitlich zur Frühlingsrollen-Zubereitung hergestellt wird. Die Fahrt ging weiter über den Fluss Sangke, wo aus Zig stehenden Booten fleissig mit Netzen gefischt wurde. Leider schwimmt soviel Plastik mit, dass man am liebsten eine Säuberungsaktion organisieren würde. Während unserem Abendessen beobachteten wir auf der anderen Strassenseite hunderte von Schülern, die mit ihren Mopeds rassig in den Schulhof fuhren. Bei der Einfahrt kriegte jeder ein Ticket ausgehändigt. Viele Kinder und Jugendliche kamen zusätzlich zu Fuss. Dann war es für sage und schreibe genau 50 Minuten still. Als die Abendlektion vorbei war, verliessen Hunderte von Mopeds das Schulgelände. Nach gut einer Stunde war der Spuk vorbei. Aufwand und Ertrag?
Am 3.12. nahmen wir den 3stündigen, nicht sehr bequemen Bus nach Siem Reap und checkten in der Tempel Garden Villa ein. Leider war trotz einem netten Besitzer die Atmosphäre nicht wirklich gut. Das relativ grosse Zimmer hatte keine zu öffnenden Fenster, plus es kam praktisch keine Sonne durch das Blätterdach. Wir benutzten die Waschmaschine und zogen am nächsten Tag ins Onederz Hostel von Siem Reap um. Der Besitzer meldete sich später, dass er in der Zwischenzeit Fenster zum Öffnen eingebaut habe und sehr dankbar war für unseren sehr guten Review.
Mit einem Tuk Tuk Fahrer besuchten wir Angkor Wat. Ein riesiger religiöser Tempelkomplex, der mit seiner Architektur sehr beeindruckte. Vom ca. 9 Jhr. bis zum 15 Jhr. war Angkor Wat das Zentrum des Khmer-Königreiches. Die Sandsteinblöcke wurden hauptsächlich am etwa 50 km entfernten Berg Phnom Kulen abgebaut um dann auf Flössen den Fluss Siem Reap hinuntergetrieben zu werden. Dies geschah während 30 Jahren mit Hilfe von ca. 6000 Elefanten, 300000 Menschen und vielen extra geschaffenen Wasserkanälen.
Nach einem wunderbaren Ruhetag liessen wir uns, bei einem Bier eine Stunde lang von Doktorfischen unsere aufgeweichte Hornhaut abknabbern. Iris genoss zusätzlich noch Fuss- und Handmassage. Abends, wie fast täglich, genossen wir auf kleinen Plastikkinderstühlen an einem Plastikkindertischchen leckeren Streetfood. Das Essen wurde jeweils frisch zubereitet und kostete für uns Beide nur gerade Fr. 4.--. Die Menschen in Kambodscha sind ausserordentlich freundlich und lieb, wir würden die lächelnde Umgangskultur am liebsten mit nach Hause nehmen.
Am dritten Tag in Siem Reap besuchten wir, mit einer geführten Tour, den Phnom Kulen Nationalpark. Die Highlights waren ein liegender Buddha, die 1000 Lingas (eingeritzte Formen im Flussbett) wie auch ein Bad im Wasserfall. Nun, wir hatten es wieder einmal versucht. Fazit, geführte Touren sind definitiv nicht unser Reisestiel. Die Nationalpärke sind mehr als dringend, da es doch im Ganzen nur noch ca 3% Primärwald (verglichen mit ca. 35% in 1989) gibt. In den Schutzgebieten Prey Lang, in den Kardamombergen (Chuor Phnom Kravanh) gibt es endemische Biodiversitäts-Hotspots mit bedrohten Tierarten wie Elefanten, Tiger und Nashörnern.
Am letzten Tag fuhren wir mit einem TukTuk runter an den Tonle Sap See und besuchten die Floating Villages. Da der Wasserstand relativ hoch war, hatten sie die Villages in die Nähe des Festlandes reingezogen, so dass die Menschen um an Land zu gehen eine kürzere Distanz zurücklegen mussten. Auf der Floating Village hat es Kirchen, Tempel, Schulen, Waisenhäuser, kleine Einkaufsläden, Friedhöfe, Restaurants sowie viele einzelne schwimmende Häuser.
Leider hörten wir vom nahe gelegenen Grenzgebiet Thailand Kambodscha nichts Gutes. Menschen und Tempel wurden bombardiert und das Kriegsgebiet in Kambodscha um 50 km von der Thailändischen Grenze erweitert. Diese Konflikte dauern leider seit Jahrhunderten.
Mit einer 3h Busfahrt reisten wir weiter nach Kompong Thom wo es weitere sehr beeindruckende alte Religiöse Stätten gibt.  Savarman I machte 616 Jhr. Isanapura zur Hauptstadt seines Königreiches Chenla. Wir genossen es weit und breit die einzigen Besucher auf diesem riesengrossen Tempelgelände zu sein. Die alten Gebäude, die von Bäumen überbewachsenen Ruinen, die pfeifenden Vögel, das riesige vor der Hitze schützende Blätterdach dies alles hatten wir ganz für uns allein.  2 Nächte logierten wir im 4 Stern Glorious Hotel & Spa mit Swimmingpool was sehr angenehm war. Abends gab’s wie immer Streetfood. Wir sind uns einig, die 2-3 Sternhotel sind gemütlicher. Diese pompösen 4 oder 5 Stern Paläste sind uns zu unpersönlich.
Langsam ging unsere Kambodscha Reise zu Ende. Mit einer 3h Busfahrt fuhren wir zurück nach Phnom Penh, wo wir am 12.12.25 das Boot nach Vietnam bestiegen. Juhuu, nun geht’s ins Mekong Gebiet.

Infos
In Kambodscha benutzten wir das Pass App, gleiches System wie Grab oder Uber. In Malaysia, Thailand und Vietnam ist es Grab, in den Städten Kambodschas auch, auf dem Land eher das Pass App.
Telefon-Simkarte mit Daten an jeder Ecke erhältlich. Währung ist Riel. 1 Fr. ca 5`050 Riel, nun sind wir keine Millionäre mehr.
003 Aublick vom Onederz

Eindrücke